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Think Colour. Think Standox  Mercedes-Benz Classic Center

Bei der Restaurierung historischer Fahrzeuge macht den Spezialisten im Mercedes-Benz Classic Center in Fellbach so schnell niemand etwas vor. Doch beim Thema Lack greifen sie gerne auf die Expertise von Standox zurück. So auch bei der Restaurierung eines Klassikers, für die ein besonders ausgefallener Farbton nachgestellt werden musste.


Das Mercedes-Benz Classic Center in Fellbach

Der Mercedes-Benz 300 SL „Gullwing" (übersetzt: Flügeltürer) aus den 1950ern ist ein Klassiker und immer noch ein „Hingucker": Ihm schauen sogar Menschen hinterher, die mit Autos ansonsten wenig am Hut haben.

In Fellbach bei Stuttgart reagiert man möglicherweise etwas gelassener auf diesen Anblick. Denn weltweit gibt es kaum einen Ort, an dem der legendäre Flügeltürer öfter zu sehen ist als hier.

Das Mercedes-Benz Classic Center, für Besitzer historischer Mercedes-Modelle weltweit die erste Anlaufstelle.

Carl Benz und Gottlieb Daimler

Carl Benz und Gottlieb Daimler

Das liegt am Mercedes-Benz Classic Center, das hier seit 1993 ansässig ist. Es ist für Besitzer historischer Mercedes-Modelle weltweit die erste Anlaufstelle.


Nicht nur die historischen und neueren Automobile des Mercedes-Benz Museums werden von der Werkstatt des Mercedes-Benz Classic Centers betreut. Diese einmalige technische und historische Kompetenz steht weltweit auch allen Kunden der Marke zur Verfügung, die ihren Oldie wieder in einen makellosen technischen und optischen Zustand versetzen wollen.

 

Was ihnen dabei zugutekommt, ist der direkte Zugang zu allen notwendigen Ressourcen des Unternehmens. Außer den umfassenden Datenbeständen des Konzernarchivs stehen dem Mercedes-Benz Classic Center die Einrichtungen von Forschung und Entwicklung, die Erfahrungen des Prototypenbaus der Werke und die neuesten technischen Möglichkeiten originaler Nachfertigung zur Verfügung.  

Imposant: Einen Überblick über die Farbpalette für Mercedes-Benz-Pkw der Nachkriegszeit (bis etwa 1975) geben vier Schaukästen mit 160 Modellen des 190 SL. Sie wurden mit Farben von Standox lackiert.


Restaurierung des "Gullwing-Coupés" im Mercedes-Benz Classic Center

Nur etwa 1.400 „Gullwing-Coupés“ wurden zwischen 1954 und 1957 gebaut. Etwa 80 Prozent gingen in die USA – dort gab es bereits in den 50er-Jahren genügend kapitalkräftige Käufer, die bereit waren, für den Wagen mehr Geld auf den Tisch zu legen als für einen ausgewachsenen Cadillac Eldorado.


Auch der 300 SL von 1955, der in Fellbach restauriert wird, hat eine US-Vergangenheit. Doch mit seinem hellblauen Metallic-Lack hob er sich von den anderen Export-Fahrzeugen deutlich ab. „Laut unserem Archiv sind nur sieben 300 SL in dieser Farbe lackiert worden“, sagt Michael Plag, Projektmanager im Mercedes-Benz Classic Center.

Mittlerweile ist der Flügeltürer dahin heimgekehrt, wo er einst vom Band lief: Sein neuer Besitzer, ein deutscher Sammler, brachte ihn nach Fellbach, um ihn von den Mercedes-Spezialisten restaurieren zu lassen.

Neben unrestaurierten Original-Fahrzeugen genießen die originalgetreu restaurierten in der Oldtimerszene den höchsten Wert. Wurde dies vom Hersteller selbst gemacht, ist das ein besonderes Qualitätsmerkmal. Plag: „In Abstimmung mit dem Besitzer versuchen wir, die originale Substanz des Fahrzeugs so weit wie möglich zu erhalten.“ Eine derart aufwendige Arbeit braucht ihre Zeit: „Rund anderthalb Jahre muss man für eine komplette Aufarbeitung rechnen.“


Im Fall des 1955er „Gullwing-Coupés" war die Sache schnell klar. „Der Wagen ist vor vielen Jahren einmal schlecht restauriert worden“, erklärt Plag. „Dabei wurde er auch in Silbermetallic umlackiert.“ Vermutlich wollte der damalige Besitzer an den Silberpfeil-Mythos anknüpfen und wählte die „falsche“ Farbe mit Absicht. Doch das ist nicht immer der Fall: „Manche Farbtöne werden unwissentlich verfälscht, weil dem Lackierer die notwendigen Original-Unterlagen nicht zur Verfügung stehen“, erklärt Plag.

Mit solchen Mängeln haben die Fellbacher oft zu tun, selbst bei Exemplaren der raren Flügeltürer, für die inzwischen Preise von weit über einer Million Euro aufgerufen werden. „Vor allem in den 1970er-Jahren, als die Fahrzeuge noch keinen Oldtimerstatus genossen, wurden sie oft ‚günstig‘ repariert", so Michael Plag. „Neben Korrosion und mechanischem Verschleiß machen uns diese unfachmännischen Arbeiten die meisten Probleme."


In Fellbach kümmert man sich nicht nur um die inneren, sondern auch um die äußeren Werte der Oldtimer – den Lack. „Für uns ist die entscheidende Frage stets: In welcher Farbe wurde der Wagen ursprünglich ausgeliefert?“, sagt Michael Plag. „Wir versuchen das auch dem Besitzer zu vermitteln und dann in der Restaurierung umzusetzen.“ Bei Daimler verfügt man bis heute über die alten Fahrzeugdatenkarten und die Urmuster der Farbtonvorlagen aller jemals gefertigten Modelle.

 

Auch der 300 SL von 1955 sollte bei der Restaurierung seine ursprüngliche Farbe wieder zurückerhalten. Doch dabei verließen sich die Fellbacher nicht allein auf ihr eigenes Können. Plag: „Wir haben die Kollegen von Standox in Wuppertal angerufen und sie gebeten, eine neue Mischformel für den Originalfarbton des Wagens zu entwickeln." Die Recherche nach der Farbtonformel war in diesem Fall etwas komplizierter: Das Hellblau des Gullwing mit der Bezeichnung DB 353 hatte man damals nur für eine Hand voll Fahrzeuge gemischt. Und die dafür vergebene Bezeichnung war Jahre später ein zweites Mal für einen anderen Blauton verwendet worden.


Zusammenarbeit zwischen Classic Center und Standox

Standox Farbton

„Auf Wunsch des Classic Centers haben die Kollegen im Wuppertaler Coloristik-Labor den ursprünglichen Farbton nach originalen Archivmustern des Classic Centers noch mal komplett ausgearbeitet und eine neue Mischformel erstellt", berichtet Dennis Martens, Key Account Manager OEM Refinish Systems. „Über unser Farbtonsuchprogramm Standowin iQ ist die Formel jetzt abrufbar."

Diese Form der Zusammenarbeit zwischen Classic Center und Standox erstreckt sich bei Weitem nicht nur auf einzelne Restaurierungen, sie hat bereits Tradition. „Ohne die Kooperation mit Standox hätten wir nicht die Möglichkeit, auf den originalen Farbton mit dem richtigen Mischverhältnis zurückzugreifen“, sagt Michael Plag. „Wir stehen in engem Kontakt, denn wir arbeiten stets an Verbesserungen und Optimierungen. Das gilt nicht nur im Neuwagengeschäft, sondern ebenso im Oldtimerbereich.“

Mercedes-Benz Classic Leitfaden

 

Sichtbares Ergebnis dieses Austauschs ist ein Leitfaden zur Lackierung klassischer Fahrzeuge, den das Classic Center vor einigen Jahren zusammen mit Standox entwickelt hat. Er ist heute so etwas wie die Bibel für die Lackreparatur historischer Mercedes-Modelle. „Er wird bei Materialveränderungen stets auf dem neuesten Stand gehalten“, sagt Plag. „Nur so ist erstklassige Qualität gewährleistet. Die erwartet der Kunde von Mercedes-Benz Classic – und wir erwarten sie auch von unseren Lieferanten.“

Michael Plag, Projektmanager im Mercedes-Benz Classic Center


Der Mercedes 300 SL "Gullwing"

 

 

 

Technische Daten: Mercedes 300 SL „Gullwing"

 

Baujahr: 1954-1957
Länge: 4520 mm
Breite: 1790 mm
Höhe: 1300 mm
Radstand: 2400 mm
Gewicht: 1295 kg
Karosserie: Stahlblech (1.370 Stück)
  Aluminium (29 Stück)
  Kunststoff (1 Versuchsfahrzeug)
Motor: 3-Liter-Sechszylinder
Leistung: 158 KW / 215 PS
Höchstgeschwindigkeit: 235 km/h (bis zu 247 km/h je nach Hinterachsübersetzung)